Wie kamen Handtaschen in unser Leben?

Ohne Handtasche können wir heutzutage eine Frau einfach nicht vorstellen, die Handtasche hat frau immer dabei, egal, wohin wir uns begeben. Die „schönste Handtasche“ wird für das schöne Geschlecht zum Objekt der Begierde. Die eine Frau mag kleine elegante Handtaschen, die andere bevorzugt praktische große Handtaschen. Es gibt so viele Handtaschenvariationen, dass es einem schwerfällt, sie einfach nur aufzuzählen. 

Egal, was wir machen, wohin wir gehen oder fahren, überall haben wir unsere Handtasche dabei. Eine Handtasche für das Geschäftsessen, eine für den Strand, eine für die Reise, eine für den Theaterbesuch, eine kleine Abendhandtasche und eine Handtasche für den Sport… Die Handtasche einer Frau ist sehr facettenreich. Daher wäre es recht interessant zu verfolgen, wie überhaupt die erste Handtasche entstanden ist und wie sie sich wandelte. 

Wenn wir die Geschichte der Entstehung eines derart bedeutenden Accessoires wie Handtasche betrachten, stellt sich heraus, dass die Ur-Handtasche ein kleiner Beutel war, den die Männer am Gürtel trugen, und die Frauen an einer Schnur. Diese Bezeichnung für die Handtasche blieb sogar in einigen Sprachen erhalten, so heißt z.B. die Handtasche im Polnischen torba (Beutel). Die Beutel waren für das Geld bestimmt. Nach dem Kauf warf man den Beutel entweder weg oder man hat es einfach mit dem Geld abgegeben. Als das Salonleben sich immer weiter entwickelte, hat den Beuteln eine größere Bedeutung beigemessen. Das waren die Damen, die angefangen haben, in den Taschen ihre Spiegel, Tabakdosen und andere Kleinigkeiten zu tragen. Diese Taschen wurden aber immer noch in den bauschigen Kleidern dieser Zeit versteckt. 

Diese Beutel blieben auch in der Renaissance erhalten, sie wurden an einer Schnur am Gürtel getragen, und bei jedem Schritt haben sie melodisch gerasselt. Ein Jahrhundert später machen die Herren ihre Hände frei und gehen zu Taschen über. Der Sonnenkönig Ludwig XIV. lässt für sein Wams Taschen anfertigen, was folglich in dieser Zeit als modisch zu gelten hatte. Später wurden die Taschen an eine Weste angenäht, noch später wurden auch die Hosen mit Taschen versehen. 

Die Frauen blieben aber treu ihren Beuteln-Taschen, wobei sie natürlich ihre Form und Verzierungen modifiziert haben. Eine kleine Handtasche als Beutel für kleine Sachen wurde als Gegenstück zur (Kleider-) Tasche der Herren zum unabdingbaren Element des Damenoutfits. Ab dem 17. Jh. ließen die Frauen ihre Handtaschen mit Stickerei, Perlen, Stiftperlen verzieren, sie wurden genäht, geflochten. Die Handtasche wurde damals das Ridikül genannt. Im 18. Jh. Werden auch Handtaschen aus Samt und Spitze benutzt, in denen Tücher, Schminke und andere Kleinigkeiten aufbewahrt wurden. Diese Handtaschen wurden „Pompadour“ genannt, nach der Mätresse des französischen Königs Ludwig XIV.

Bis Anfang des 20. Jh. blieb die Handtasche ein kleines Utensil. Das Leben einer Frau wurde aber immer facettenreicher und es wurde notwendig, mehr Sachen dabei zu haben als nur einen Spiegel. Anfang des 20. Jh. wurde die Handtasche neben den Hosen, kürzeren Röcken und kurzen Frisuren endgültig salonfähig. Ab diesem Zeitpunkt führt die Handtasche ihr eigenes wechselvolles und erfülltes Leben. Jetzt dient die Handtasche nicht nur ein praktisches Utensil, sie gibt auch die Möglichkeit sich selbst darzustellen. Die Handtasche ist sehr wichtig für eine Frau, daher wird in Großbritannien am 4. Oktober jedes Jahres der Nationale Tag der Handtasche gefeiert. An diesem Tag werden die neuen Kollektionen präsentiert.

Es sind auch Handtaschenmuseen entstanden. Das Queen Victoria-Museum in England beherbergt eine relativ große und mit einem guten Geschmack zusammengestellte Handtaschensammlung. In Paris, im großartigen Louvre, wo alles zu finden ist, was man sich vorstellen kann, gibt es auch eine Ausstellung von unterschiedlichsten Lederhandtaschen. In Tokio zählt das Handbag Museum die höchste Anzahl der Handtaschen, dort gibt es über 3000 Lederhandtaschen, vom Tabakbeutel bis zu Handtaschen aus aller Herren Ländern.  Das populärste und bekannteste Handtaschenmuseum zählt aber etwas kleinere Anzahl von Ausstellungsstücken (ca. 2000). Dieses Museum befindet sich im holländischen Amstelveen. Dort werden nicht nur zeitgenössische Modelle, wie in Tokio, ausgestellt, sondern auch die wirklich antiken. Zu den Ausstellungsstücken gehören die Handtaschen des 17. Jh. sowie Modelle zeitgenössischer Künstler und berühmter Designer. 

Die Handtasche ist eine kleine Geschichte über ihre Besitzerin, die Handtasche ist ein subtiler Hinweis für die Umwelt auf den Charakter der Frau. Selbstverständlich hat frau gewöhnlich mehr als nur eine Handtasche, und man sollte kein Urteil über den Charakter der Besitzerin alleine wegen der Handtasche fällen, allerdings, statistisch gesehen, bevorzugt eine Frau in bestimmten Lebensphasen Handtaschen bestimmten Form, Größe und Kreativitätsgrades. Die Auswahl der Handtaschen ändert sich parallel zum Wandel des Charakters einer Frau.  Das Aussehen der Handtasche einer Frau und die Art wie sie getragen wird, kann der Frau helfen, etwas über sich selbst herauszufinden. Große Taschen werden von praktischen, energischen Personen mit breitem Blickfeld und hohem Arbeitspotential bevorzugt. Kleine Taschen werden von zierlichen romantischen Frauen gewählt. Designertaschen, die an sich Blickfänger sind, werden von geradlinigen Personen getragen, die keine Angst haben, sie selbst zu sein. In den letzten Jahren werden von jungen Frauen immer öfter Laptops gekauft, was zur Entstehung von Kollektionen von Laptoptaschen geführt hat.

Äußerst angesagt bleiben immer klassische Handtaschen, die genauso gut für Beruf und Partys sich eignen. Eine gut getroffene Wahl einer Handtasche unterstreicht die Eleganz und Extravaganz einer Frau, die Handtasche ist praktisch, kurz gesagt- sie ist für eine Frau unabkömmlich. Allerdings ändert sich die Handtaschenmode, genauso wie die der Kleidung, sehr schnell.

Aktuell